Warum Gutscheine fürs Online-Shopping so wichtig sind

Gutscheine und Coupons sind längst im Alltag angekommen: Vier von zehn Personen kaufen Produkte eher, wenn ein Rabattcode zum Kauf ermuntert. Das belegt eine YouGov-Umfrage der Gutscheinpioniere COUPONS.DE aus dem vergangenen Sommer. Die Studie fand heraus, dass 15% aller Befragten Sparportale nutzen, um Discounts für den Lieblingsonlineshop zu recherchieren.

Doch leider setzt nicht jeder Gutscheinanbieter im Netz auf Transparenz und Zuverlässigkeit. Immer häufiger geraten Verbraucher*innen an gefälschte Rabattcodes, unübersichtliche Angebotslisten oder versteckte Abofallen. Weiterhin stellen veraltete Gutscheine oder unzureichende Informationen zu Einlösebedingungen und Laufzeiten ein Problem dar. Thomas Süß von COUPONS.DE und Daniel Kocher von der Onlinemarketing-Agentur MAI Xpose360 erklären, anhand welcher Kriterien Sparfüchse vertrauenswürdige Gutscheinportale ausmachen.

Trick or Trap

Integre Anbieter veröffentlichen nur Gutscheine und Rabattcodes, die tatsächlich existieren und die Schnäppchenjäger ohne Umwege und Frustration einlösen. "Aussagen wie "funktioniert oft bei anderen Shops" oder frei erfundene Codes sind Red Flags und weisen auf Gutscheinbetrug hin", mahnt Thomas Süß. Daniel Kocher ergänzt: "Hinweise wie "heute bereits x-mal erfolgreich eingelöst" bedienen bewusst das Prinzip des Social Proof: Sie signalisieren hohe Nachfrage und sollen Vertrauen wecken. Solche Angaben sind in der Regel nicht überprüfbar und sollten daher stets mit gesunder Skepsis bewertet werden."

Klasse statt Masse

Seriöse Gutscheinportale zeichnet Übersichtlichkeit aus. "Bewerben Sparplattformen einen Partnershop mit zehn verschiedenen Sales, können Verbraucher*innen auf zweifelhafte oder irreführende Angebote schließen", macht Süß klar. Gewissenhafte Sparportal-Betreibende stellen ihrer Community präzise ausgewiesene Schnäppchenangebote zur Verfügung, inklusive aller wesentlichen Gutscheinbedingungen sowie Laufzeiten. "Darüber hinaus lohnt sich ein genauer Blick auf die optische und sprachliche Qualität der Webseite. Auffälligkeiten wie Rechtschreibfehler, ein unfertiger Gesamteindruck, Anzeigefehler bei Bildern oder automatisch vom Browser übersetzte Inhalte indizieren dubiose Praktiken", merkt Kocher an.

Immer up to date

Qualitätsbewusste Portale gewährleisten, dass sämtliche angebotenen Gutscheine auf dem neuesten Stand sind. Dafür prüfen sie Coupons und Aktionscodes für eine bessere Nutzererfahrung vorab auf Einlösbarkeit. So bieten Betreibende eine verlässliche und aktuelle Auswahl an Sparmöglichkeiten an. Abgelaufene Promocodes müssen Plattformbetreiber nicht unmittelbar löschen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie entsprechende Angebote als "ungültig" kennzeichnen. "Inaktive Rabattaktionen bleiben auf unserer Webseite noch für zwei Wochen sichtbar. Wir markieren diese Gutscheine durch Ausgrauen deutlich als abgelaufen. Dadurch erleichtern wir User*innen die Unterscheidung zwischen aktiven und inaktiven Coupons. Nach dem offiziellen Ablaufdatum listen wir die Codes in der Rubrik "abgelaufene Gutscheine" – vereinzelt können einige Rabatte noch funktionieren", beschreibt Thomas Süß den Prozess.

Automatisch gespart mit KI?

Seit einigen Monaten integrieren Suchmaschinen wie Google Rabattcodes mithilfe künstlicher Intelligenz direkt in ihre Suchergebnisse. Daniel Kocher sieht diese Neuerung kritisch: "Im Gegensatz zu den Redaktionen seriöser Gutscheinanbieter unterzieht KI die Angebote keiner inhaltlichen Prüfung, sondern sammelt sie willkürlich aus dem gesamten Internet. In der Konsequenz tauchen oft gefälschte, ungültige oder veraltete Coupons auf. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift lieber auf etablierte Gutscheinportale als verlässliche Quelle zurück."

Google Suchergebnis mit KI Übersicht

Bei der Deal-Recherche per ChatGPT gilt die Faustformel: Je präziser der Prompt formuliert ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die KI ein sauberes Ergebnis liefert. Ein beispielhafter Prompt kann wie folgt lauten:

"Finde aktuell gültige Gutscheincodes für Onlineshop X. Recherchiere dafür gezielt auf seriösen Gutscheinportalen wie x, y und z. Berücksichtige lediglich Gutscheine, die eindeutig als aktiv gekennzeichnet sind. Prüfe außerdem die Einlösebedingungen dieser Rabattangebote."

Codes mit System

Das Gutscheincode-Design erlaubt in vielen Fällen keine verlässliche Aussage über dessen Legitimität. Alphanumerische Codes – eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen wie zum Beispiel A7F9K2XQ – wirken zwar auf den ersten Blick verdächtig, erschweren jedoch Mehrfacheinlösung. "Onlineshops verhindern mit dieser Strategie die unautorisierte Weiterverbreitung von Promocodes und schützen Verbraucher*innen", erläutert Daniel Kocher.

Achtung vor versteckten Kosten

Gutscheine sind frei zugänglich und bedürfen keiner kostenpflichtigen Registrierung im Vorwege. Glaubhafte Anbieter verzichten auf trickreiche Abzocke wie versteckte Gebühren oder Abo-Modelle im Kleingedruckten. Endkonsument*innen behalten jederzeit die Kontrolle über ihre Entscheidungen.

Transparenz und Impressumspflicht

Ein unvollständiges Impressum sowie lückenhafte oder fehlende Datenschutzrichtlinien begründen Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit eines Angebots. Manche Anbieter integrieren das Impressum gar als Bild und verhindern auf diesem Weg die maschinelle Lesbarkeit der Inhalte.

Darüber hinaus existieren zahlreiche Webseiten mit Sitz in Nicht-EU-Ländern wie China, Hongkong oder Singapur, bei denen besondere Vorsicht geboten ist. Häufig handelt es sich dabei um Plattformen, die stark auf Automatisierung und auf Masse statt auf Qualität setzen.

Ein Impressum mit deutscher Geschäftsanschrift weist für gewöhnlich auf Seriosität und Vertrauenswürdigkeit hin. "Portale wie Sparwelt.de oder Gutscheinsammler.de empfehle ich aus fachlicher Sicht mit gutem Gewissen. In Bezug auf Verbraucherfreundlichkeit und Gutscheinqualität agieren diese Anbieter mit uns, COUPONS.DE, auf Augenhöhe", schildert Thomas Süß.

Datenschutz und Sicherheit

Nutzerorientierte Sparplattformen bewahren Nutzerdaten durch SSL-Verschlüsselung und sehen von unnötiger Datenerhebung ab. Eine aussagekräftige "Über uns"-Rubrik, die das Team vorstellt, vertieft die Glaubwürdigkeit. "Ebenso wichtig ist die Kenntlichmachung, dass das Unternehmen durch die Vermarktung der Gutscheine Provision verdient. Alternativ schafft eine nachvollziehbare Erläuterung der eigenen Arbeitsweise und Monetarisierung die nötige Offenheit", verdeutlicht Süß.

"Aus Sicht der Partner-Marketing-Branche sind unseriöse Gutscheinangebote kein Zufall, sondern das Ergebnis fehlender Qualitätsstandards und unklarer Verantwortlichkeiten entlang der Wertschöpfungskette", erklärt André Koegler, Country Lead DACH bei impact.com. "Wo Transparenz, technische Prüfmechanismen und klare Regeln fehlen, entsteht Raum für Missbrauch – zulasten der Verbraucher*innen ebenso wie seriöser Anbieter."

Als Mitinitiator des Affiliate & Partner Marketing Circle (APMC) engagiert sich Koegler daher für verbindliche Qualitätskriterien im Partner-Marketing: "Vertrauenswürdige Gutscheinangebote entstehen nicht allein durch gute Redaktion, sondern durch ein Zusammenspiel aus klaren technischen Standards, nachvollziehbarer Monetarisierung und einer gemeinsamen Verantwortung von Advertisern, Plattformen und Publishern." Der APMC agiert unter dem Dach des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. als Impulsgeber für zukunftsorientierte Lösungen und hohe Branchenstandards im Affiliate und Partner Marketing.

Checkliste seriöse Gutscheinportale


zuletzt aktualisiert am 20.01.2026